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Schomberg im Alentejo

Volker Gold, Psychologe von Profession, hat diese Veröffentlichung dem berühmten Feldherrn Frederic Armand Comte de Schomberg (1615 – 1690) gewidmet und hierbei den Lebensabschnitt seiner bedeutendsten Wirksamkeit im Alentejo für die portugiesische Krone herausgestellt. Die „historische Schilderung“, die weder ‚historischer Roman’ im Sinne von ‚wenig Vorlage, viel Erfindung’ (sic!), noch ‚trocken, rein wissenschaftlich’ zu sein verspricht, wird in ca. neunzehn Kapiteln geleistet, wobei dem Leser Informationen von unterschiedlicher Qualität in verschiedenen Schrifttypen – Garamond kursiv und normal, Trebuchet normal und kursiv – vier verschiedene Grade von „erfunden …ausgeschmückt … möglichst getreu … subjektiv kommentiert“ angeboten werden. Ein tüchtiger Verlagslektor hätte im Zusammenwirken mit dem Autor problemlos dieses typographische Verwirrspiel beseitigen und den Gesamttext auf die Ebene eines zuverlässig informierenden, gut lesbaren Sachbuches anheben können, zumal der Autor am allerwenigsten einen historischen Roman im Sinne hatte.

Bei gleicher Gelegenheit hätten die vielen, hier und da den Fortgang eines logischen Aufbaus versperrenden Kästchen den acht Anhängen am Schluss des Buches hinzugefügt werden dürfen. Der Verlag muss sich außerdem zurechnen lassen, die üblichen Korrekturen kaum verlässlich wahrgenommen zu haben, so dass es nur so wimmelt von unnötigen orthographischen Missgeschicken, die dem Lesevergnügen nicht gerade förderlich sind. Traurig stimmt denn auch, dass der für den Umschlag verantwortliche Verlag mit „Schomberg“ einen anderen Namen im Buchtitel verwendet als der Autor, der seinen Helden wohl nicht zufällig im laufenden Text ausschließlich „Schonberg“ nennt. Bleiben wir bei Schonberg.

Diese einfach notwendigen Hinweise können und dürfen die Leistung des Verfassers nicht schmälern. Denn der eigentliche Wert dieser Arbeit besteht in der Fülle der hier zusammengeführten Einzelinformationen zur westeuropäischen, zur dynastischen Geschichte, zur Militär- und Sozialgeschichte sowie auch zur Volkskunde im dargestellten Zeitraum. Volker Gold schildert die Bedrohung Portugals durch die Kastilier, die zur Anwerbung Schonbergs führt. Den Erfolg des Feldherrn vorwegnehmend, führt er ihn mit der „Ankunft des Retters am Kriegsschauplatz Portugal“ ein. Nach Verdeutlichung der bedrohlichen Lage im Alentejo sieht man Schonberg bei der „unbeirrten“ Erfüllung des von Frankreich an ihn verdeckt erteilten Auftrages, zugunsten der portugiesischen Krone zu intervenieren. Im Folgenden werden die kriegerischen Auseinandersetzungen mit Kastilien in den Kampagnen 1661 – 1665 beschrieben. Der Hintergrundinformation dienen die Kapitel über die „bragantinischen Verhältnisse“, die Bedeutung des Militärs in der 2. Hälfte des 17. Jhs., Schonbergs Einsatz bei Hofe und im Felde sowie Texte über „diplomatisches Pokerspiel“, internationale und interne Intrigen.

Den Schluss bilden verschiedene Kapitel über Schonbergs Abschied von Portugal und das allmähliche Verblassen seines Ruhmes. Doch damit endet die Laufbahn des Feldherrn keineswegs. Noch einmal wird er gefordert, um der englische Krone bei dynastischen Auseinandersetzungen in Irland militärisch beizustehen. Er fand am 12. Juli 1690 am Fluss Boyne den Tod auf dem Schlachtfeld. Wer sich der Mühe unterzieht, die anfänglich genannten Erschwernisse in Kauf zu nehmen und unbeirrt an der Lektüre festzuhalten, wird durch eine an Informationen reiche, sehr lesenswerte Würdigung des Feldherrn Schonberg belohnt.

Jörgen Bracker


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Volker Gold: Schomberg im Alentejo (1660-1668)
Eine historische Schilderung
Books on Demand
Norderstedt, 2008; 232 Seiten; EUR 21,50